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Nachrichten aus der Zeit des Grossen Krieges sind für unsere Gegend nicht gerade zahlreich. Die schwersten Nöte scheinen die Jahre 1635 und 1636 gebracht zu haben. Bei der
Kirchenvisitation vom 26. Februar 1647 wurde festgestellt: Von Büchern ist nicht das Geringste erhalten, ohne das Register der Kirchenrechnung von 1608 bis dahero. Sind sonst eine ganze Schachtel voll
brieflicher Urkunden in dem Gotteskasten gewesen, alle Anno 1635 mit allem “ornat” hinweggeraubt worden. Im gleichen Bericht heisst es weiter: Dieses Gotteshaus zu Kanena hat Weiberstühle, welche
zerhauen wurden.
Im Visitationsbericht der Kirche Dieskau vom gleichen Jahr finden wir: Zwintschena ist anno 35 von des Churfürsten von Sachsen Armee, welche bei Dieskau und diesem Dorfe nur eine
Nacht ein Feldlager gehalten in Grund abgebrochen und das Holz verbrannt und Hütten davon gemacht worden, dass auch nichts an diesem Dorfe überblieben.
Über Dieskau finden wir: Leuchter, Taufkessel, Messgewand und Tücher sind anno 32 bei der Lützener Schlacht alle ausgeraubt worden. Später heisst es dort: Dieses Gotteshaus ist von
des Don Balthasars Kroaten 1636 jämmerlich verwüstet worden. Die Leichhalle, Stühle, Vorkirche und Oberboden sind meist zerhauen und verbrannt. Die Beraubung von 1632 scheint durch Pappenheims Truppen
geschehen zu sein, der am 5. November mit 5 Fuss- und 8 Reiterregimentern vor Halle erschienen war, von hier aber eilig abzog, um Wallenstein bei Lützen gegen Gustav Adolf beizustehen.
Am 5. September brach der Kurfürst von Sachsen mit 32 Mann gegen Halle vor um das Erzbistum für seinen Sohn zu erobern. Bei diesem Marsch wurde Zwintschöna vernichtet und Kanena
beraubt. 1636 zog der Kurfürst, vereint mit den kaiserlichen Truppen, gegen die Schweden. Der Pfarrer Georg Taust ( ein Vorfahr Händels) der von 1640 bis 54 hier amtierte, bemerkt, dass die
Kirchenregister bis 1636 zurückgehen, “da die kaiserlichen Völker allhier zu liegen kamen, beim Absterben Herrn Abraham Hirsekorns (Pfarrer von Dieskau, der von den Kroaten getötet wurde) ganz zerrissen
und von den Soldaten zerschnitten und verwüstet worden, dieweil man sie nicht bei Seit geschafft.” Von Dieskau selbst schreibt er: Anno 1636 ist die Gemeinde bei dem Kriegswesen mehrenteils draufgegangen.
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